Die Fotografin Sibylle Bergemann (1941 – 2010) arbeitete in den 1960er Jahren regelmäßig für die Sibylle, das Modejournal der DDR. Bei dieser Arbeit setzte Bergemann regelmäßig Polaroids als ‚fotografische Skizzen‘ ein. In ihrem künstlerischen Werk realisiert sie Polaroid-Aufnahmen mit verkleideten und geschminkten Mädchen. Anhand der etwas unscharfen, mit der Zeit verblassenden Polaroids lässt sich bereits erahnen, wie die jungen ‚Damen‘ als Erwachsene aussehen könnten. Bergemanns Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Schauspielerin Katharina Thalbach und unbekannter ostdeutscher Frauen sind von großer Eindringlichkeit. Vielen nicht propagandistischen Arbeiten der Fotografin ist eine gewisse Melancholie eigen. „In einem konditionierten Umfeld hat Sibylle Bergemann das Individuelle, das Skurrile und bisweilen auch Verrücktes aufgespürt; ihre Fotografien entdecken das Besondere im Alltäglichen – enthüllen es aber nie ganz.“
Sehnsucht und Melancholie sind in vielen Arbeiten der Fotokünstlerin präsent.